Technische Gebäudeausrüstung (TGA)

Die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) umfasst sämtliche Infrastruktureinrichtungen für Gebäude aller Art. TGA umfasst alle im Bauwerk eingebauten oder damit fest verbundene technische Einrichtungen sowie technische Einrichtungen in Außenanlagen, die der funktionsgerechten Nutzung von Gebäuden dienen.

Allgemeine Informationen

Ohne die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) – auch Haustechnik genannt – lassen sich Gebäude nicht bewohnen oder für andere Zwecke nutzen. Sie umfasst die Raumlufttechnik, Wärme- und Heiztechnik, Sanitärtechnik, die Elektro- und die Fördertechnik. Der größte Teil der TGA-Anlagen kann genehmigungsfrei nach der Landesbauordnung als Vorhaben oder als Anlage ausgeführt werden. Auf jeden Fall zu erfüllen sind aber die baurechtlichen Anforderungen, wie sie etwa die Landesbauordnung 2018, die Vorschriften zu Sonderbauten, die Feuerungsverordnung, die technischen Baubestimmungen und die allgemein anerkannten Regeln der Technik vorsehen.


Vorschriften zu TGA-Anlagen, in denen die Anforderungen der Landesbauordnung konkretisiert werden:

Feuerungsanlagen

Feuerungsanlagen bestehen aus Feuerstätten und dafür geeigneten Abgasanlagen. Damit beim Betrieb der Feuerungsanlagen keine Gefahren entstehen, müssen sie betriebs- und brandsicher sein. Die grundlegenden gesetzlichen Anforderungen sind in der Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (Landesbauordnung 2018) geregelt. Nähere Bestimmungen und Ausführungen regelt die Feuerungsverordnung Nordrhein-Westfalen (FeuVO Nordrhein-Westfalen). Sie gilt für Feuerstätten, Wärmepumpen und Blockheizkraftwerke, die der Raumheizung oder Warmwasserbereitung dienen oder Gas-Haushalts-Kochgeräte sind. Zu den Feuerstätten gehören Heizkessel und Heizgeräte zur zentralen Beheizung mit festen, flüssigen und gasförmigen Brennstoffe sowie Einzelraumfeuerstätten wie z.B. Kaminöfen oder offene Kamine.

Lüftungsanlagen

Zu den Lüftungsanlagen zählen Klimaanlagen, raumlufttechnische Anlagen, Warmluftheizungen, aber auch Anlagen zur Be- oder Entlüftung von besonderen Räumen wie Garagen und Toiletten. Da diese Anlagen häufig zahlreiche Räume und Ebenen eines Gebäudes miteinander verbinden und sich ein möglicher Brand über die Lüftungsleitungen sehr schnell verbreiten kann, spielt hier der Brandschutz eine wichtige Rolle. Die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen an Lüftungsanlagen sind in § 41 der Landesbauordnung geregelt. Sie werden über die bauaufsichtliche Richtlinie über die brandschutztechnischen Anforderungen an Lüftungsanlagen konkretisiert.

Leitungsanlagen

Leitungsanlagen sind Teil der Technischen Gebäudeausrüstung. Sie dienen der Ver- und Entsorgung mit Energie, Wasser, aber auch mit medizinischen Gasen oder Druckluft. Zu den Leitungsanlagen werden etwa Heizrohrleitungen, elektrische Kabel, Gasleitungen oder Trink- und Abwasserleitungen gezählt.

Leitungen können stellenweise die für den Brandschutz wichtigen Decken und Wände schwächen oder stellen in Rettungswegen eine gefährliche zusätzliche Brandlast dar. Deshalb gibt es für Leitungsanlagen besondere Brandschutzbestimmungen, die in der Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen ausführlich formuliert sind.

Prüfung von technischen Anlagen durch Prüfsachverständige

In bestimmten Sonderbauten sind die Gefahren und Auswirkungen eines Brandes besonders hoch. Darum werden notwendige Vorkehrungen zum Brandschutz häufig anlagentechnisch vorgenommen und die technischen Anlagen selbst wie z. B. raumlufttechnische Anlagen müssen brand- und betriebssicher sein. Wegen des Gefahrenpotenzials in den Gebäuden ist es unbedingt erforderlich, dass die Anlagen sicher bestimmungsgemäß funktionieren. Daher sind in diesen Gebäuden Prüfungen der technischen Anlagen erstmalig und wiederkehrend durch Prüfsachverständige vorzunehmen. Die erforderlichen Prüfungen regelt die von der Landesregierung erlassene Prüfverordnung Nordrhein-Westfalen (PrüfVO Nordrhein-Westfalen).

Hier sind in § 1 PrüfVO NRW die zu prüfenden Gebäude und die prüfpflichtigen Anlagen genannt. Die Prüfungen müssen von Prüfsachverständigen durchgeführt werden. Diese Prüfsachverständigen benötigen eine bauaufsichtliche Anerkennung. Die Anerkennung wird in Nordrhein-Westfalen von der Bezirksregierung Düsseldorf, Dezernat 35, ausgesprochen. Weitere Informationen gibt die Bezirksregierung Düsseldorf zur Anerkennung und Beaufsichtigung von Prüfsachverständigen nach der PrüfVO NRW.

Damit die Prüfungen nach gleichen Maßstäben ablaufen, gibt es entsprechende Prüfgrundsätze für die Prüfung technischer Anlagen durch Prüfsachverständige. Sie enthalten Informationen zum Umfang und Inhalt der Prüfungen und sind bei der Prüfung zu beachten. Die Prüfgrundsätze sind nur in der elektronischen Version des entsprechenden Gesetz- und Verordnungsblattes für das Land Nordrhein-Westfalen und in der systematischen Sammlung aller geltenden Gesetze und Verordnungen des Landes Nordrhein-Westfalen (GV Nr. 34 S 723 ff.) veröffentlicht.

TGA-Empfehlungen Nordrhein-Westfalen

Hier gelangen Sie zum Erlass für die Empfehlungen für das Planen, Bauen und Betreiben von Anlagen der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) in Liegenschaften des Landes Nordrhein-Westfalen.

Hier gelangen Sie zu den TGA-Empfehlungen (Stand 03.02.2020). Es handelt sich um die Zusammenstellung zum RdErl. v. 10.06.2008 - VI B 4 - B 1013 - 05 / B 1014 -216 der vom Land eingeführten Empfehlungen des Arbeitskreises Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen (AMEV - https://www.amev-online.de/) und der Fachkommission Haustechnik und Krankenhausbau des Ausschusses für staatlichen Hochbau der Bauministerkonferenz (FK HuK) für das Planen, Bauen und Betreiben von Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) in Liegenschaften des Landes Nordrhein-Westfalen.